Riffinchens Logbucheintrag – Wochenendmission, Zyklus irgendwas, Temperatur: „Warum?“
Heute hat mir die Raumzeit erneut bewiesen, dass das Universum keinen Sinn ergibt.
Mission: „Füttere Tiere auf einem extrem heißen Planeten.“
Temperatur laut Scanner: zu warm.
Wasserstatus: kocht. Verdampft. Existiert emotional nicht mehr.
Die lokale Fauna liegt größtenteils bereits als Dekoration aus Knochen am Ufer. Offenbar war dies einmal ein Lebensraum. Die Evolution muss hier kurz geniest haben und dann eingeschlafen sein.
Ich nähere mich einem Tier, das aussieht, als hätte es vor langer Zeit beschlossen, gegen Physik zu protestieren. Es atmet. Warum? Keine Ahnung. Ich halte ihm Futter hin.
Das Tier schaut mich an.
Der Boden schmilzt.
Das Tier stirbt.
Mission zählt: +1 gefüttertes Tier.
Fantastisch.
Ich freue mich sehr darüber, dass hier nichts überlebt. Wirklich. Es ist beruhigend zu wissen, dass irgendwo im Universum eine ökologische Nische existiert, deren einziger Zweck es ist, sofort zu scheitern. Evolutionär betrachtet muss das ein mutiger, aber sehr dummer Schritt gewesen sein.
Warum haben diese Tiere keine Hitzeschilde?
Warum bestehen sie aus Fleisch?
Warum existieren sie überhaupt?
Warum will das Anomalie-Terminal, dass ich sie füttere, wenn sie bereits tot sind oder es gleich sein werden?
Ich habe drei weitere Tiere gefüttert. Zwei davon waren schon Skelette.
Der Missionscomputer war zufrieden.
Ich nicht.
Fazit:
- Planet tödlich
- Tiere inkompetent
- Mission erfolgreich
- Universum weiterhin fragwürdig
Ich mache jetzt ein Selfie.
Wenn schon alles sinnlos ist, dann wenigstens dokumentiert.
Ende des Logbucheintrags.