GMS INTERSYSTEM RELAY
Shallow Water-Anomalie „GMS Tantalus II“ weiterhin aktiv
Forschungsstation bleibt für Reisende zugänglich
Über dem Planeten Ledaryla innerhalb des GMS GermanSky blinken nachts weiterhin die Warnlichter von Tantalus II.
Im äußeren Bereich des Systems „GMS Nexus“ befindet sich auf Ledaryla eine Forschungsstation, die offiziell nie registriert wurde. Ursprünglich errichtet zur Untersuchung eines abgestürzten Frachters, dessen Signatur bis heute nicht vollständig analysiert werden konnte.
Mehrere frühe Bergungsversuche scheiterten.
Ledaryla selbst gilt unter Reisenden als ungewöhnlich ruhiger Planet. Flaches Wasser, stabile Wetterlagen und ein beinahe irritierend friedlicher Horizont machen ihn zu einem seltenen Ort innerhalb der bekannten Systeme.
Doch genau dort — verborgen unter der Wasseroberfläche in kaum mehr als hundert U Tiefe — liegt die Station GMS Tantalus II.
Erste Scans deuteten lediglich auf einen abgestürzten Frachter hin.
Doch Expeditionen berichteten bald von etwas anderem.
Zwischen den zerborstenen Sektionen wurden Innenräume entdeckt, die unmöglich Teil eines gewöhnlich generierten Wracks sein können. Korridore, Wartungsdecks und technische Module ziehen sich tief in die Struktur hinein — sauber verbunden mit den deformierten Fragmenten des Frachters, als hätte jemand versucht, das zerstörte Schiff nach dem Absturz weiter auszubauen.
Besucher erreichen die Anlage heute über versiegelte Unterwasserzugänge innerhalb einer massiven Atlantid-Struktur, die von Reisenden inzwischen meist nur noch „der Sarkophag“ genannt wird.
Noch verstörender ist jedoch die Korvette.
Mehrere Besucher bestätigten unabhängig voneinander die Existenz eines kleinen Kriegsschiffes, das scheinbar innerhalb der Wrackstruktur festgehalten wird. Sensoren zeigen keine stabile Verankerung, keine erkennbare Energiequelle und keine aktive Dockingmechanik.
Trotzdem bewegt sich das Schiff nicht.
Einige Reisende behaupten, die Korvette erscheine in unregelmäßigen Intervallen geringfügig versetzt — niemals weit, nur wenige Meter.
Andere sprechen davon, dass Borduhren innerhalb der Station regelmäßig exakt sechzehn Minuten voneinander abweichen.
Die Betreiber der Station kommentieren diese Berichte nicht.
Im Zentrum der Anlage befindet sich ein Reliktbereich unbekannter Herkunft.
Alte Datensplitter erwähnen dort mehrfach die sogenannte „Leere-Mutter“ — ein Begriff, der in fragmentierten Archiven früher Reisender nur äußerst selten auftaucht.
Ob es sich dabei um Mythos, Fehlübersetzung oder etwas Älteres handelt, konnte bislang nicht geklärt werden.
Rund um die Station finden Besucher lediglich kurze Fragmentmarker und beschädigte Systemmeldungen. Viele vollständige Logs gelten inzwischen als verloren oder absichtlich gekürzt.
Trotz der ungewöhnlichen Funde wirkt die Station keineswegs verlassen.
Hydrokulturen werden gepflegt.
Energieversorgung und Lebenserhaltung arbeiten stabil.
Portalsysteme reagieren präzise.
Und in manchen Bereichen scheint die Anlage beinahe absichtlich für Besucher vorbereitet worden zu sein.
Vielleicht ist genau das der beunruhigendste Teil.
Und unter den Wellen wartet die Deep Signal.
Der Ort, an dem Schiffe fallen
Offiziell begann alles mit Navigationsfehlern.
Einige Reisende berichteten von fehlerhaften Puls-Sprüngen. Andere von seltsamen Audiosignalen oder kurzzeitigen Atlas-Störungen.
Dann stürzten die ersten Schiffe ab.
Heute liegen rund um Tantalus II mehrere Wracks auf dem Meeresgrund — einige davon überwuchert, andere seltsam unversehrt.
Besonders auffällig:
Auch organische Schiffe wurden in der Nähe registriert.
Mehrere Piloten lebender Schiffe behaupten sogar, ihre Systeme hätten die Position der Station bereits „gekannt“.
GMS hat diese Aussagen nie kommentiert.
Die Deep Signal
Besucher erkennen die Korvette meist zuerst.
Die schräg aus dem Ozeanboden ragende Deep Signal, ein kleines Kriegsschiff der Hyperion Klasse,
war Teil eines frühen Bergungsversuchs. Warum das Schiff nie geborgen wurde, ist bis heute unklar.
Die offiziellen Logs sprechen lediglich von:
Quote
„unerwarteten Resonanzereignissen“.
Inoffiziell erzählen Reisende jedoch andere Geschichten.
- Von Stimmen.
- Von Lichtbewegungen unter dem Sediment.
- Von Triebwerken, die ohne Energie aktiv wurden.
Der Sarkophag
Der eigentliche Frachterkern wurde später vollständig mit Atlantid-Strukturen versiegelt.
Die riesige Konstruktion wirkt heute eher wie ein Monument als wie eine Forschungsstation.
Im Inneren befinden sich:
- technische Analysebereiche
- Resonanzlabore
- ein biologischer Forschungssektor
- alte Frachterkorridore
Nachts hört man zwischen den Gebäuden das rhythmische Abschalten der Akkumulatoren.
Viele Besucher bleiben allein deswegen länger als geplant.
Die Pflanzenkammer
Besonders beliebt bei Reisenden ist inzwischen der teilweise überflutete Pflanzenbereich innerhalb des ursprünglichen Frachters.
Dort wachsen Unterwasserpflanzen und fremdartige Flora direkt zwischen den alten Frachterstrukturen.
Forscher behaupten, die Pflanzen reagierten auf das Signal unterhalb der Station.
Ein Besucher beschrieb den Ort so:
Quote
„Es fühlt sich nicht an wie ein Wrack.
Eher wie etwas, das weiterträumt.“
Gerüchte über die Tiefe
Natürlich existieren inzwischen unzählige Geschichten über Tantalus II.
Manche behaupten, unter der Station befinde sich ein Atlas-Fragment.
Andere sprechen von einer Resonanz aus einer älteren Iteration.
Und einige Piloten lebender Schiffe glauben sogar, die Signale stammten von etwas, das mit der Leere Mutter verbunden ist.
Beweise dafür gibt es nicht.
Trotzdem wächst die Zahl der Besucher täglich.
Reisehinweise
Tantalus II ist derzeit für Besucher geöffnet.
GMS empfiehlt:
- nachts zu reisen
- die Lichtmarkierungen nicht zu verlassen
- die Deep Signal nicht zu betreten
- und auf keinen Fall auf unbekannte Funksprüche zu antworten
Sollten während Ihres Aufenthalts sämtliche weißen Warnlichter gleichzeitig erlöschen:
laufen Sie nicht.
Schauen Sie zuerst nach unten.
Quote
GMS INTERSYSTEM RELAY
„Entdecken. Dokumentieren. Überleben.“
kzzt
16 // 16 // 16
kzzt